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Shoring vs Partnerschaft: Zukunftsfähiger durch Kooperationen

- 27. Februar 2020 - | MVI-Group, Proplant, Solve-it

Eigene Standorte in Bratislava, Polen oder USA, Subunternehmer in Rumänien und Kanada: Die MVI SOLVE-IT und die MVI PROPLANT arbeiten seit Jahren an diversen Standorten im In- und Ausland, teils mit eigenen Mitarbeitern, teils mit Partnerfirmen. Doch sind die Kategorisierungen Nearshore, Farshore, Offshore etc. überhaupt noch zukunftsfähige Bezeichnungen oder geht es nicht viel mehr um Kooperationen statt Auslagern von Aufgaben?

Globaler, agiler und jederzeit verfügbar: An dem Angebot digitaler Services für den Endkunden hängt die Zukunft ganzer Industrien ab, auch die der Auto- und IT-Branche. In deren Arbeits-Umfeld bewegen wir uns als MVI tagtäglich mit unseren Projekten und müssen daher flexibel, international und digital agieren. Die Konsequenz ist: Die MVI-Gesellschaften haben sich auftragsbedingt für die Verlagerungen gewisser Aufgaben ins Ausland, also Shoring, entschieden.

In der Vergangenheit oft kritisiert, sind Shoring-Maßnahmen laut Christian Hirsch, Geschäftsführer der MVI Group, heutzutage unumgänglich. Die Frage ‚Mache ich Shoring oder nicht?‘ dürfte sich eigentlich nicht mehr stellen. „Den Begriff Shoring würde ich daher mittlerweile als antiquiert ansehen“, sagt er. „Die Kategorisierungen Nearshore, Offshore etc. sind für die heutige ‚agile Welt‘ zu starr. Es geht in Zukunft nicht mehr nur um Verlagerung von Arbeit, sondern um Kooperationen und Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen, um jederzeit das passende Set an Kompetenzen und Services liefern zu können.“

MVI SOLVE-IT: Persönlicher Kontakt mit ausländischen Kollegen führte zu einem kulturellen Wandel

Die MVI SOLVE-IT kooperiert etwa mit einem Unternehmen in Rumänien (Timisoara und Cluj), welches auch über Mitarbeiter in Lettland (Riga) und Neuseeland verfügt. Von dort aus wurde z.B. ein Carsharing-Projekt unterstützt. „Diese Kollegen arbeiten in der Regel mit Münchner Kollegen in gemeinsamen Feature Teams nach dem DevOps-Modus. Die meisten neuen IT-Projekte erfordern das Arbeiten nach DevOps, also Entwicklungs- und Betriebsleistungen von IT-Lösungen aus einer Hand“, sagt Geschäftsführer Dr. Martin Zißler. Niederlassungsleiter Jürgen Röck ergänzt noch: „Unsere Partnerfirma hat eine Kernmannschaft für unsere Projekte aufgestellt. Schwankungen werden über das dortige erweiterte Netzwerk an Freelancern und Sub-Unternehmern abgefangen.“ Vorteile sind Skalierbarkeit und Flexibilität von Projekten. „Auch werden über diese Shoring-Struktur, die wir über die letzten zwei Jahre aufgebaut haben, alle 24/7-Leistungen sichergestellt.“

Wichtig seien vor allem für die MVI SOLVE-IT die passenden Mitarbeiter. „Wenn die persönlichen Kontakte zwischen den Mitarbeitern hergestellt sind und sich die partnerschaftliche Zusammenarbeit eingeschwungen hat, schätzen alle Kollegen das Arbeiten mit ausländischen Teammitgliedern“, betont Martin Zißler. „Unserer Erfahrung nach ist ein unterschätzter Aufwand die Interaktion über die Ferne. Besuche von beiden Seiten helfen Verständnis für die jeweiligen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Den Kostenfaktor Reisen darf man also trotz allen Kostendrucks nicht unterschätzen.“ Mit dem persönlichen Austausch habe die MVI SOLVE-IT einen unternehmenskulturellen Wandel geschafft. Shoring wird in der MVI SOLVE-IT nicht mehr als Auslagern von Aufgaben, sondern als Arbeiten in einem internationalen Team verstanden und in vielen Projekten bereits gelebt.

Damit ein solcher Wandel gelingt, müsse man laut Jürgen Röck verstehen, dass Shoring nicht bedeutet, einfach nur mit einer Partnerfirma vertraglich zusammenzuarbeiten. Ein erfolgreiches Shoring beginne mit der Geschäftsführung und dem vereinbarten Engagement-Model. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erlaubt beiden Partnern die notwendigen dynamischen Anpassungen in einem Projekt so vorzunehmen, dass alle Seiten zufrieden damit sind. Wir haben in unseren Feature Teams eine ähnliche kulturelle Einstellung zur Arbeitsmoral, was eine einfachere Kommunikation und die gleiche Erwartungshaltung an die Lieferleistung erlaubt. Damit können wir letztendlich auch unsere Kunden zufriedenstellen.“ Daher werde das aktuelle Nearshore-Modell zukünftig mit dem geschäftlichen Wachstum kontinuierlich ausgebaut.

MVI PROPLANT: „Wachstum ins Ausland ist alternativlos“

Während in der IT die Flexibilität in den Projekten im Vordergrund steht, ist im Produktionsumfeld die Kundennähe entscheidend. Daher expandiert die MVI PROPLANT schon länger ins Ausland – hauptsächlich mit der Gründung eigener Standorte in die Slowakei (Bratislava), Polen (Posen) und USA (Atlanta). Warum? „Weil die OEM dort ihre Produktionsstätten betreiben. Lokale Standorte vor Ort verbessern den direkten Kundenzugang und gewährleisten zudem den Aufbau von kundenspezifischem Prozesswissen. Mit der Gründung lokaler Standorte können wir internationale Projekte nachhaltig bearbeiten“, erklärt Harald Scheder, Geschäftsführer der MVI PROPLANT. Zudem kooperiert die MVI PROPLANT aber auch in manchen Ländern mit lokalen Firmen, z.B. in China mit einem automotive-ausgerichteten Anlagen- und Maschinenbauer.

„Darüber hinaus betreiben wir Shoring auf Projekt-Ebene, indem wir Mitarbeiter innerhalb der verschiedenen MVI PROPLANT-Gesellschaften nach Mitarbeiterkompetenz, deren Verfügbarkeit, Einsatzort, Aufgabe und Kundenerfahrung einsetzen.“ Der Vorteil: Der Einsatz im Ausland und der Austausch zwischen den Mitarbeitern in den verschiedenen Ländern ermöglichen, dass die Leistungen international verkauft werden können. Somit kann die MVI PROPLANT an allen Standorten wettbewerbsfähige Preise anbieten.

Für die Zukunft setzt die MVI PROPLANT auf verstärkte Kooperationen mit strategischen Partnern wie Unternehmensberatungen, Anlagenbauern und Fahrzeugentwicklern, mit deren spezifischem Know-how wir dem Kunden vor Ort umfassende Lösungen bieten können. „Da das Wachstum ins Ausland für uns alternativlos ist, gehen wir diese Kooperationen ein oder werden zukünftig über den Zukauf strategischer Partner nachdenken“, sagt Harald Scheder.

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